Resolution: Klima- und Biodiversitätskrise

Die Mitgliederversammlung hat am 13.12.2021 einstimmig nachfolgende Resolution verabschiedet

 

Städtische Eigentumsflächen vorbildlich bewirtschaften!

Der alarmierende Bericht des Weltbiodiversitätsrates vom 06.05.2019 zeichnet ein erschreckendes Bild vom dramatischen Verlust von Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Der Mensch zerstört die Natur so stark, dass er zunehmend selbst gefährdet ist. Auch das Saarland ist unmittelbar vom Biodiversitätsschwund betroffen. Dies ist keine Fiktion sondern schon heute traurige Realität geworden.

Trotz fundierter wissenschaftlicher Berichte und Zahlen, trotz zunehmender und berechtigter Sorgen in der Bevölkerung, trotz Millionenkosten für die Folgenbewältigung – der Klima- und Biodiversitätsschutz wird weiter massiv vernachlässigt, statt entschlossen und konsequent vollzogen. Viel zu oft und viel zu leichtfertig wird Verantwortung auf die nächst höhere Ebene abgedrückt: Die Bundesregierung auf die Europäische Union, die Landesregierung auf die Bundesregierung, die Städte und Gemeinden auf die Landesregierung. Dabei ist klar: Klima- und Biodiversitätsschutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Bund, Land und Kommunen dürfen sich nicht aus ihrer politischen Verantwortung stehlen, sondern müssen endlich umfassend handeln.

Merzig ist umgeben von Wäldern, Streuobstwiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Seit Einzug in den Stadtrat im Jahr 2009 haben sich die Grünen im Stadtrat Merzig aktiv für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen durch angepasste Bewirtschaftungsformen oder Totalschutz (Waldflächen) in Merzig eingesetzt. Dies nicht nur aus Verantwortung für die Tier- und Pflanzenwelt und die unbelebte Umwelt (z.B. Wasser, Luft, Boden). Vielmehr soll über einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Umweltgütern ein Beitrag zur Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger und nachfolgende Generationen geleistet werden.

Dennoch und trotz aller wissenschaftlich belegten Alarmsignale und dramatischen Vorboten der Klimakatastrophe (Hitze, Sturzfluten, Waldschäden etc.) und Biodiversitätskrise (dramatisches Artensterben) scheint das „Weiter so“ und „Augen zu und durch“ die Mehrheit der politischen Entscheidungsträger zu steuern.

Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Merzig fordert die im Stadtrat vertretenen Parteien auf:

  • Beschlüsse zu fassen, damit die im Eigentum der Stadt Merzig befindlichen landwirtschaftlich genutzten Flächen gemeinsam mit Pächtern vorbildlich für Ziele des Klima- und Biodiversitätsschutzes entwickelt werden.
  • Beschlüsse zu fassen, damit der Merziger Stadtwald konsequent naturverträglich behandelt wird, damit er seine vielfältigen Funktionen für unser alle Leben besser erfüllen kann. Seine Nutzung hat sich am Gemeinwohl zu orientieren und nicht wie bislang an vorwiegend wirtschaftlichen Interessen.
  • Beschlüsse für die Einrichtung eines Waldschutzgebietes mit einer zusammen-hängenden Fläche von 500 Hektar zu fassen, um die natürliche Waldentwicklung, den Klima- und Biodiversitätsschutz und die naturgebundene Walderholung zu fördern.

Bietzen, 13.12.2021

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