Wetterextreme erlauben kein Kirchturmdenken!

Wir brauchen eine kreisweite Strategie zur Minderung der Folgen von Starkregen!

Zum SZ-Bericht „Feuerwehren kämpfen gegen Hochwasser“ (SZ-MZG vom 05.01.2022)

„Zunächst gilt unser Dank allen Einsatzkräften die wieder einmal ihr Engagement in den Dienst der Allgemeinheit und der betroffenen Bürgerinnen und Bürgern gestellt haben, die von den Folgen des gestrigen Starkregens betroffen waren“.

Aber auch dieses kurze Regenereignis, von dem der Landkreis Merzig-Wadern besonders betroffen war hat gezeigt, dass an vielen Stellen auch unsere kommunale Infrastruktur nicht nur anfällig, vielmehr nicht mehr zeitgemäß ist, um den Wetterextremen, die allen Prognosen zufolge zunehmen werden, gerecht zu werden.

Es hat sich aber auch gezeigt, dass es anderer, neue Strategien bedarf, die in größeren Zusammenhängen denken müssen.

Dazu gehören Strategien wie zum Beispiel die Landnutzung (Wald- und Landwirtschaft) in Wassereinzugsgebieten weiterentwickelt werden muss, um mehr Wasser in der Landschaft zu halten.

Dazu gehören Konzepte wie der Wasserabfluss ortsteil- und gemeindeübergreifend reguliert werden kann. Wenn z.B. in Merzig der Seffersbach Hochwasser führt ist die Ursache dafür auch im Gebiet der Gemeinde Losheim am See zu suchen. Die bisherigen Überlegungen und Konzepte sind meist auf die politischen Grenzen der Kommune beschränkt und vergessen, dass sich Wasser nicht an solche Grenzen hält.

Es müssen aber auch technische Fragen diskutiert werden, wie z.B. die notwendige Anpassung der kommunalen Infrastruktur (Dimensionierung von Kanälen) oder die Planung von Retentionsräumen um Wasserwellen abzubremsen bevor sie die Siedlungsräume erreichen (im Falle Merzig z.B. die geeigneten Gebiete zwischen Brotdorf und Kleinem Potsdamer Platz).

Zentraler Punkt muss es auch sein endlich jeglichen Flächenfraß durch Bautätigkeit in potenziellen Überschwemmungsbereichen zu beenden und wo möglich Renaturierungen durchzuführen um die Wasserrückhaltefunktion zu erhöhen. Es muss aber auch dafür Sorge getragen werden, dass unsere Hilfsdienste (Feuerwehr, THW etc.) die optimale Ausstattung erhalten, um auf solche Wetterextreme noch besser reagieren zu können.

„Auch der Landkreis Merzig-Wadern ist nicht nur auf Grund seiner Zuständigkeit im Aufgabenbereich Katastrophenschutz gefordert hier eine koordinierende Aufgabe zu übernehmen, denn besser als Katastrophenschutz ist die Vorsorge, damit Katastrophen erst gar nicht entstehen. Kirchturmdenken ist auch in diesem Fall nicht das Mittel der Wahl“.

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